Immer wieder werden wir in Gespräche verstrickt, die sich um ein Thema drehen, dass wir für beinahe vorbei hielten: W124 oder doch den W123? [Einer von beiden soll ja immerhin der letzte echte Benz sein.... ;-> ]
Im Grunde könnte man sagen: Hey, der W123 ist ja mittlerweile schon ein ziemlicher Oldtimer und es gibt auch gar nicht mehr so viele… Als Standard-Antwort mag das ja hier und da durchgehen – weit gefehlt jedoch beim W123 – von dem gibt es immer noch erstaunlich viele relevante Modelle in allen nur erdenklichen Zuständen, Farben und Formen – einzig das T-Modell als Diesel-Youngtimer ist reichlich ausgedünnt.
Auffällig ist: Gute Modelle unterscheiden sich preislich derzeit beileibe nicht so sehr, wie man es erwarten würde. vom W123 Youngtimer sind immer noch ausreichend Modelle vorhanden, vor allem die empfehlenswerten nach dem 1980er Facelift, dass die Preise verhältnismäßig stabil sind. Zwar finden sich immer mal wieder absurde Preise bis rauf nach 20.000€ – aber die finden sich auch längst beim W124 Youngtimer.
Was spricht also für welchen der beiden Daimler-Mittelklässler?
Der W123 hat zweifellos aus heutiger Sicht einen deutlich gediegeneren Charme. Ein weißer schlichter 200er ist heute einfach schon überall ein Hingucker, vor allem in gepflegtem Zustand und zeugt ganz klar von automobiler Stilsicherheit. Mit dem ist man zu jedem Anlaß gut angezogen. Unter Fans gilt das sicherlich auch für den W124 Youngtimer – hier läuft man allerdings durchaus Gefahr, auf Leute zu treffen, die einen fragen, warum man eigentlich so ein “Olles Auto” fährt… – mit dem W123 praktisch ausgeschlossen.
Ersatzteil-Probleme? Bugger off – das mag bei anderen Marken gelten. Die Teile für den W123 sind bis auf wenige Ausnahmen so verfügbar wie Äpfel beim Discounter. Und zudem nicht einmal durchgängig teuer oder so.
Für den W124 spricht pauschal seine gesteigerte Effizienz – er verbraucht bei gleicher Motorisierung tatsächlich erfahrbar weniger Sprit, die Diesel sind deutlich besser. Stellt sich lediglich die Frage, welche Rolle das in der Gesamtkalkulation eines Youngtimers spielt. Fahrerisch ist der W124 tatsächlich das smartere Auto. Der W123 ist zwar notfalls auch dynamisch – und seine Fahrsicherheit ist wahrlich nicht übel für einen Youngtimer diesen Alters.
Dennoch: hier ist der W124 wirklich überlegen. Dasselbe gilt im Bereich Rost – hier ist zwar auch der 124er Mercedes Youngtimer nicht gerade über jeden Zweifel erhaben, bei gleicher Pflege aber dennoch besser aufgestellt, was den Unterhalt der Wagens schon entschieden vereinfacht.
Aber ist das das Maß der Dinge bei unseren Youngtimern? vermutlich nicht.
Was können die Mercedes Youngtimer mit dem Bauch?
Der W123 bietet mehr kindliche Geborgenheit… Dagegen wirkt der W124 beinahe modisch – immerhin war sein Innenraum für Daimler so wegweisend, dass sie ihn praktisch als Maßstabsgerechte Kopie im W202 bis 2001 bauten. Da löst der W123 einfach ein wenig mehr frühkindliche Faszinationssreminiszenz aus. Und das zu etwa dem gleichen Preis…. Da kommt man schon ins Grübeln, was jetzt mehr wiegt – Fahreigenschaften und coole Scheibenwischer oder das Gefühl, wieder mental auf der Rückbank zu sitzen, während Papa am Becker Mexico die Reden von Franz Josef Strauß lauter dreht…


[...] dann die Preise der folgenden 2 Jahrgänge mal wieder nach – wie wir auch schon bei W126 und W123 beobachten konnte, als das H plötzlich ging. In solchen Umgebungen fühlte sich der Audi zuhause – [...]
[...] dann die Preise der folgenden 2 Jahrgänge mal wieder nach – wie wir auch schon bei W126 und W123 beobachten konnte, als das H plötzlich ging. In solchen Umgebungen fühlte sich der Audi zuhause – [...]
Man möge es mir, einem Nicht-Deutonen, verzeihen, aber mittlerweile kann ich beide Fahrzeuge, den 123er und den 124er nicht mehr sehen! Die Fahrzeuge sind in den letzten Jahren von der deutschen Presse sowas von hochgejubelt und in den Himmel geschrieben worden, über dieses Phänomen könnte man ganze Dissertationen verfassen. Klar, die beiden alten Benze sind Quotensäue, seh ich ein, und doch nervt es. Auch in jeder “Youngtimer”-Ausgabe (von und mit Alf Benz Cremers) wird man von Artikeln über den ewigen 124er erschlagen. Vor einigen Jahren war es noch der 123er, in Zukunft wirds es wohl auch der 210er sein, dem dieses “Schicksal” blüht. Immer wenn ich 123/124 sehe denk ich mir “Laaaangweilig!”, und dann lese ich die Artikel doch. Es ist wie verhext…
Lukas
Was Alf angeht, erträgt man das wirklich langsam nicht mehr. Wenn sie das wenigstens ehrlich angehen und einfach als feste Rubrik deklarieren würden ;->