
So woll.te ihn das Volk in den 80ern und so wollen die meisten ihn auch als Youngtimer: Passat der zweiten Generation
Irgendwie galt der Passat in meiner Schulzeit immer ein bisserl als das Auto der Sozialkundelehrer - im Normalfall allerdings das facegeliftete Vorgängermodell und es musste grün sein – keine Ahnung, warum das so war, aber wenn man diesen Wagen auf dem Lehrerparkplatz sah, dann steig nach dem Gong immer irgendwann ein bärtiger Typ mit schlecht sitzender Jeans und einer umgehängten Ledertasche ein…
Ende 1980 änderte sich das plötzlich. Baute das facegeliftete rundliche Passat Modell, das sich beim Beschleunigen hinten immer so absenkte und scheusslich untersteuerte, noch auf dem Ur-Passat auf, erschien 1981 ein Modell, das beinahe das Maß der Klasse ein wenig zu sprengen schien. Dass dieser Wagen immer noch mit einem Basis-Motor von 55PS ausgestattet war, machte ein wenig stutzig – andererseits verkaufte Mercedes zu dieser Zeit noch einen 200D mit gerade einmal 5PS mehr – und das war nun wirklich ein großes Auto.
Aber es war nicht nur ausschließlich vorwärts gegangen – der erste Passat hatte noch dieses kernige gehabt, dieses Coupehafte italienische – dieser Charakterzug verschwand nahezu vollkommen. Dennoch versuchte VW, den Wagen zumindest in seiner 2türigen Variante auf einigen Märkten noch als Dasher [Coupe] abzusetzen. Trotz verfügbarer kräftiger Motorisierungen war das nicht gerade eine Erfolgsstory. Der wirkliche Erfolg des zweiten Passats lag in einer ganz anderen Karosserieform - mit diesem Passat kam die Wende zum Kombi. Lag der Kombi-Anteil beim Vorgänger noch bei knapp unter 30%, lag er beim B2 phasenweise bei stattlichen 80% – die Range von Subaru Legacy und den großen Volvos. Und auch beim Passat trat dadurch ein im Grunde unerwünschter Nebeneffekt ein: Das Schrägheckmodell wurde gebraucht praktisch unverkäuflich, weil es einfach kein Kombi war – wer einen gebrauchten Passat suchte, der suchte einen Kombi.
Leider macht das den Passat als Youngtimer zu einem schwierigen Sandwich-Kandidaten - er wird wirklich zwischen allem eingeklemmt. Einmal drückte der Kombi Druck auf die Limousinen aus – die wurden schnell wertlos und dadurch leicht verschlissen und verramscht. Die Kombis hingegen waren Lastesel – spätestens in ihrer dritten Besitzerhand dienten sie Handwerkern und Häuselbauern als Lastesel…. und wurden verschlissen. Im Verhältnis zu seinen Verkaufszahlen gibt es dadurch heute weit weniger Passat Youngtimer als man vermuten würde. Es besteht keine direkte Not – aber eben auch beileibe nicht das reichhaltige Angebot, das es geben könnte.
Der 2türer, der lange noch gerne von Rentner-Eheparen gen Enkelkinder bewegt wurde, ist praktisch ausgestorben, war aber auch [zurecht] schon zu Lebzeiten nicht gerade ein Erfolg.
Der Passat II ist einer dieser Kandidaten, der einem bis vor ein paar Augenblicken irgendwie noch gar nicht alt erschien – und dann verschwindet er plötzlich schon aus dem Strassenbild. Daher gilt es ihn schon zu erhalten.
Die guten Exemplare sind heute immer noch bezahlbar – da geht noch ganz ganz viel unter 2.000€ – wenn es nicht gerade ein Kombi mit Allrad und GT-Ausstattung sein soll. Eine gepflegte Limousine in lustigem Gold mit grüber Innenausstattung vom Rentner und dem 75PS Motor geht aber immer ;->

...mit diesem Innenraum ist der Passat Youngtimer leider viel zu selten gesegnet - die Sportsitze können was und taugen auch auf langen Strecken - die Automatik, die VW im Passat Youngtimer verbaut hat, war nicht unbedingt erste Wahl
Wer einen solchen Wagen heute fährt, versteht immer noch, warum der Passat so erfolgreich war in den 80ern. Wie ein Youngtimer fährt der sich nur in ein paar Belangen – etwa den typischen Frontantriebsschwächen auf Nässe. Aber fährt man den im Vergleich zu Ascona C oder Sierra Youngtimern, wird schnell klar: Der Passat irgendwie langweiliger wirken – in Summe seiner Eigenschaften konnte er aber alles ein bisserl besser – vor allem Fahrwerksseitig ist er bis heute ein Genuss, ausgeglichen, verlässlich, berechenbar.
Gegenüber seinem Nachfolger ist er zudem entschieden hübscher, obwohl sich das ja bekanntlich nicht objektivieren lässt.
Hm… in dem Falle schon: Der Nachfolger ist hässlicher.
Also kann die Empfehlung nur lauten: Jetzt kaufen – der erste Passat ist auch zu schnell aus dem Strassenbild verschwunden und dann haben plötzlich alle geweint, die in ihm aufgewachsen sind, aber lieber einen Knudsen Taunus als Youngtimer haben wollten ;->


[...] zu denken geben. Ein damals populäres Gerücht in der Automobilbranche sagte, dass der B3 dem Passat B2 so unähnlich war, dass der Automobile “Supercomputer” Cray ihn nicht in der Ahnenreihe [...]
[...] familienpolitischen Gründen keinen Manta fahren konnten. Heckantrieb, im Verhältnis zum Streber Passat angenehm archaisch, ohne so sinnlos amerikanisch zu sein, wie der Ford Taunus. Der Ascona B lag im [...]
[...] I Polo II Jetta I Jetta II Passat B2 Passat B3 Scirocco II Corrado Golf GTI [...]
[...] erstmals in die Mittelklasse hinunter wagten, wo sie sich mit prominenten Frontreiblern wie dem Passat herumschlagen musste, fürchteten keinen Vergleich mit den Sierras und Asconas dieser Welt – [...]
[...] Ford den Scorpio ein und der hatte es serienmäßig – wie immer zogen die anderen nach.. Im Passat jedoch? Keine Chance. Im Golf? Hier waren viele Käufer ja schon froh, Scheibenbremsen zu [...]
[...] um das Konzept Frontantrieb und Kompaktkarosserie zu kopieren. 1981 folge der Opel Ascona C dem Passat-Layout, 1982 wurde im spanischen Opel Werk Saragossa der Opel-Polo unter dem Namen Corsa A aufgelegt. Golf [...]
[...] A4 noch Audi 80 hieß und vorwiegend von spiessigen Berufsschullehreren gekauft wurde, denen ein Passat zu hemdsärmelig [...]
[...] zu denken geben. Ein damals populäres Gerücht in der Automobilbranche sagte, dass der B3 dem Passat B2 so unähnlich war, dass der Automobile „Supercomputer“ Cray ihn nicht in der Ahnenreihe [...]
Erschreckend finde ich die Tatsache, daß sich der 32B bis vor ein paar Jahren als ziemlich widerstandsfest gegenüber dem Rost zeigte und sich das nun schlagartig geändert hat. Rost an den Türen oder an der Heckklappe war zwar schon relativ früh ein Problem, aber eher nur optischer Natur. Mittlerweile geht der Rostfraß aber auch erheblich an die Substanz. Kaum ein Wagen bei den sich nicht mittlerweile ein fausgroßes Loch über dem Tankeinfüllstutzten gebildet hat. Auch große Löcher hinter den hinteren Stoßdämpfer sind mittlerweile an der Tagesordnung. Das sind Sachen die gehen bei so einem Fahrzeug wirklich an die Substanz und aus rein wirtschaftlicher Betrachtung oft die Todesurteile.
Sicher ist der 32B kein Designhighlight, aber gerade weil er DER Familienwagen der 80er gewesen ist, ist er erhaltenswert.
Ich glaube, das Problem des Passat B2 ist identisch mit dem vielen japanischer Youngtimer. Die Fahrzeuge sind zwar im Alltag super praktisch und unaufgeregt, egal ob es sich um Passat B2, Camry SV21, 626 GC, Ascona C, Regatta und wie sie alle heißen handelt, aber wenn es dann um die Freude am Youngtimer geht, verblasst deren Charme sehr schnell. Warum? Weil es halt schon immer “nur” untersteuernde Fronttriebler mit brummigen Reihenvierzylindern und dem fragwürdigen “Charme” der Großserie waren und sind.
Um sich interessant zu machen, braucht der Passat B2 einen Fünfzylinder unter der Haube und eine kultige Farbkombi. Denn bloßes Alter reicht nicht, um interessant zu werden. Das Camry-Schicksal, wenn man so will.