
Das ist mal ein Auto mit mutigem Design, oder? Auch wenn das an seiner Herkunft aus dem Jahre 1966 liegen könnte
DER Lada hatte viele Namen. In seinem ersten Leben hieß er nicht einmal Lada – vielmehr kam der Wagen als Fiat 124 zur Welt. Und das war bereits 1966 [!].
Neben seinem späteren Leben führte diese Fiat sogar noch ein weiteres erstaunliches Leben – nämlich das des Seat 124 und 1430, als Seat noch zu den Turinern und nicht den Wolfsburgern gehörte. Selbst in der Türkei erlebte er eine weitere Wiedergeburt als Tofaş Serçe und schließlich in Indien als Premier 118.
Alle diese Daseinsformen haben längst schon ihr Ende gefunden… Lada hingegen, König der Mangelverwaltung, hegte und pflegte den Fiat 124 und gab ihm wieder viele viele Namen über die Jahre… Mal hieß er einfach 1300 oder 1500, dann 2101, später 2107 oder sogar der überaus zynische Name Nova auf den Exportmärkten… und selbst heute wird der Wagen noch verkauft und heisst in seiner aktuellsten Evolutionsstufe 21074 und motorisiert erfolgreich Tschtschenien und diverse Schwellenländer auf teils bizarren Umwegen – auch im Irak schätzt man den Lada heute noch, aber das ist wohl eine andere Geschichte…
Und eins hat sich in all den Jahren nie geändert: Das total coole Design.
Zwar hat Lada hier und da ein wenig gefeilt, da einen runden gegen einen eckigen Scheinwerfer getauscht, etc. – aber das ist alles Kaffeehausgeschwätz - Das Kerndesign des Lada ist immer noch so klar und straight wie es Fiat 1966 ersonnen hat. Genau genommen ist es so etwas wie die Grundform “AUTO”, wie sie jeder 3jährige Bub mit mangelhafter zeichnerischer Begabung auf Papier zaubern würde. Das einzige Auto weltweit, das noch einfacher zu zeichnen ist, heisst Niva und stammt ebenfalls von Lada…
Ob man es glaubt oder nicht: Das hat handfeste Vorteile: Die Sonneneinstrahlung etwa wird stark reduziert, der Wagen ist gleichzeitig ungewöhnlich übersichtlich. Das gilt für die beiden verfügbaren Karosserievarianten: Limousine und Kombi. Auch sonst haben die Wagen viele Qualitäten, die unsere Väter und Opas noch kannten und schätzten: Überschaubare Technik, große Bodenfreiheit, kaum Elektronik, überschaubare, grobe Bauteile, die auch handwerkliche Stümper überschauen und auch mal austauschen können, wenn Not am Mann ist.
Das Fahrverhalten ist im Grunde ebenso gestrig – aber Vorsicht: das sollte man gar nicht verurteilen. Zunächst einmal fallen die hohen Lenk-und Haltekräfte auf – zumindest für einen Hecktriebler. An die gewöhnt man sich aber – und sie sind nicht mal unangenehm. Der Lada lenkt präzise – und wenn man sich an ihn gewöhnt hat, fährt er eigentlich auch präzise – vor allem aber fährt er berechenbar – und notfalls gar sportlich. So lächerlich das für uneingeweihte klingt: Auf Schnee ist der Wagen ein Gedicht an Berechenbarkeit. Vielleicht ist das der Grund, warum der “Iwan” den Wagen so gerne am Gorky Park vorbeichauffiert?
Es ist schon komisch: Fährt man den Wagen erst einmal ein paar Tage, stellt sich eine eigenartige Gelassenheit ein, die erkennen lässt, dass es Vorteile bietet, sich auf das Wesentliche zu beschränken – denn das ist exakt das, was der gute alte Lada bietet:
D A S W E S E N T L I C H E
Womit erkauft man sich das?
Einmal mit dem Verzicht auf jeden Luxus – Lada hat sich nie sinnlos damit abgemüht, auf moderne westliche ABS- Servo E-Fenster, Rumumsorglos-Standards umzurüsten.
Mit einer Innenraumverarbeitung, die im Detail sorglos ist. Da bricht mal was ab oder biegt sich unerwartet durch – hier spart Lada seit kurz nach dem Urknall ohne Evolutions-Einflüsse – warum sollte sich hieran plötzlich etwas ändern? Die Schlösser taugen auch nichts – nicht im Sinne eines schlechten Diebstahlschutzes; sie sind vielmehr fummelig und hakelig und klemmen manchmal einfach. Das Lenkradschloss bewegt sich gerne mal in der Fassung – ältere Ladas haben hier zum Teil Konstruktionen aus atemberaubend großen Mengen Zeitungspapier in der Fassung…
Mechanisch aber ist der Lada robust – und Ersatzteile gibt es auch an jeder Straßenecke – nicht nur zwischen Dresden und Kasachstan.
Wir [West]deutschen, wir haben den Lada ja nie recht gemocht. Er war SozialGift. Du fährst mit dem Lada auf den Firmenparkplatz und wirst es nicht schaffen, die Türen abzuschließen, bevor die Jungs aus dem
Lager laut spöttelnd um Dich kreisen – so war das in den 80er und 90er Jahren…
Heute ist der Lada so retro, dass es in vielen hippen Innenstädten wohl schwer sein dürfte, einen cooleren Wagen zu finden. Das riecht nach dem Kult-Flavour von Ernte 23…



[...] hingegen, der hat sich im Grunde nie verändert. In dieser stoischen Eigenschaft schlägt er sogar den Lada, bei dem die Russen wenigstens für den Zuschauer hier und da mal ein Ecke geändert, die [...]
Der Lada ist genau nach meinem Geschmack, ein braves Auto mit einem Motor der auch mal Spass macht, aber das Auto ist denkbar ungeeignet für Machos und Aufschneider jeder art und das macht gerade diesen Youngtimer soooooo interessant!
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Ein Schande, dass die nach so kurzer Zeit aufgehört haben, ihn zu bauen, oder? ;->
Der gute alte LADA Nova, er gehört schon lange in die Reihen Automobiler Ikonen wie Mercedes w123, Volvo 240, Ford Taunus etc.
Er ist ehrlich treu, Robust und günstig, bei allem Vortschritt, entfernen sich die heutigen Automodelle immer weiter davon
Hallo ihr habt vergessen das der Lada am anfang garnicht lada hies sondern als schiguli vom band lief und was mir auch im bericht gefehlt hat ist die erwähung der heisen Rally versionen die es gab VFTS und MTX mit bis zu 150 ps
[...] ins Gegenteil umzukehren und mit dem Heck auszuschwenken. Hier fährt sich selbst der Lada 2107 mit seinem Heckantriebslayout aus den 60ern [...]
[...] 125er aus den 80ern ist – in unseren Breitengraden ist diese Geo-Dreieck-Ikone eher unter dem Namen Lada bekannt. Und häufig befindet sich dort eine Flasche Kartoffelschnaps, vorzugsweise ohne Etikett. [...]
[...] manchmal sind es auch die schrägen Posts, wie der über DEN Lada oder den Lada Samara, die bei uns für Erstaunen sorgen und uns in neue Parallelwelten führen [...]
Hey, den habe ich als Nova Junior spezial gefahren. Er war Ferrari rot und hatte einen Spoilersatz, die Technik ist so simpel aber afst unverwüstlich,ich jedenfalls kenne kein Auto was von Paris bis Bielefeld im 3. Gang gefahren wäre. Ich habe meinen als 5 Jahre alten Gebrauchtwagen mit Bestzustand aus 1. Hand für 5000 D-Mark gekauft und 3 Jahre gefahren.