1982 war ein gutes Autojahr: Der Ford Sierra hielt ebenso Einzug wie der Audi 100 TYP44 und der BMW 3er vom Typ E30 sowie der 190er Mercedes W201 - ein Jahr vorher hatten in der Sierra-Klasse der Passat und der Ascona jeweils die Staffelstäbe übergeben – und mit einem Mal war alles neu gemischt.
Schaut man sich so einen Ford Sierra Youngtimer mal aus heutiger Sicht an, fällt es beinahe schwer, sich das überhaupt vorzustellen: Aber der Sierra galt zunächst in vielen Teilen des Landes als Kassengift – und zwar wegen seiner futuristischen Form [!]. Aber gut: schaut man sich den Vorgänger des Sierra, den letzten Taunus an, wird schnell klar, woher die Abneigung der Kernkäufer kam. Ford Taunus und Ford Granada der Youngtimer-Generation waren klassische Stufenhecklimousinen spießig bürgerlicher Prägung – der Sierra hatte schon beinahe den Design-Mut eines Rover 3500 Vitesse.
Beim Escort war das mit dem Stummelheck ja noch akzeptabel – aber hier… Ein Stufenheck im Stil des Taunus liess satte 5 [!] Jahre auf sich warten – hier lag Ford wirklich voll neben der Zielgruppe, ähnlich wie mit dem größeren Bruder Scorpio.
Ein bisserl gerettet wurde Ford hier sicherlich dadurch, dass man immerhin spießig genug war, um den Heckantrieb beizubehalten – den hatte der wichtigste Konkurrent Opel gerade beim Ascona C aufs Altenteil geschickt – und plötzlich tauchten religiös fanatische Opel-Fahrer in Trauer um diese Antriebsform beim Ford-Händler auf.
Für die heutigen Youngtimer-Käufer kann das nur von Vorteil sein: Viele Sierras waren lange Zeit – manche bis heute – in Händen solcher Besitzer, die alle Inspektionen beim Fordhändler durchführen lassen und das billige Öl aus dem Baumarkt höchstens auf die Kette ihres Fahrrads träufeln.
Ist der Sierra damit heute ein Idealkauf für Youngtimer Einsteiger? In vielerlei Hinsicht mag das stimmen – zumindest dann, wenn man den Diesel und den Kombi von dieser Aussage ausnimmt – und erst recht den Kombi als Diesel, den man in den Sierra Youngtimern jedoch auch eher selten findet. Wasserpumpen, Schläuche und die Kupplung waren in der ersten Hälfte der Bauzeit des Sierra ohnehin problematisch – beim Diesel gilt das umso mehr. Der facegeliftete Sierra [ab 1987], ist in allem ein wenig besser – von Außen jedoch fehlt ihm die Designschrulligkeit des Original-Sierra dennoch ein wenig.
Die meisten heute erhaltenen Exemplare stammen dennoch aus der zweiten Phase der Bauzeit – sie sind ebenso jünger, wie sie besser sind. Auch der beste Motor wurde in dieser Zeit verbaut: der 2 Liter mit 120PS. Der motorisiert den strömungsgünstigen Sierra ungemein anständig und glänzt mit zeitgemäßem Verbrauch. Zwar sind auch die kleineren Motoren, wie beispielsweise der ältere 2 Liter mit 101PS anständig, aber keiner reicht an die Ausgeglichenheit des 120PS Modells heran, das normalerweise heute nicht mehr teurer ist.
Der exklusivste Spaß-Motor bleibt jedoch zweifelsfrei der 2,9 Liter 6 Zylinder mit beinahe lächerlichen 145PS, die jedoch eine satte bullige Laufkultur mit sich bringen – der große 6er kann was und überzeugte sogar noch im größeren Scorpio. Leider jedoch findet man diesen Motor viel zu selten.
Allen gemein sind neben den schwachen Kupplungen die schwachen Wasserpumpen und häufig Probleme mit der Zündung. Das wurde erst gegen Ende der immerhin 11 Jahre andauernden Bauzeit wirklich besser. Dennoch: Grobe Defekte sind dem Sierra- Youngtimer im Normalfall fremd.
Das gilt nicht für die ohnehin seltenen Cosworth-Modelle: Deren Preise sind einerseits längst durch die Decke, garantieren damit andererseits jedoch noch lange keinen guten Zustand.
Bei den frühen XR4-Modellen sieht das anders aus: diese Youngtimer waren von Tag eins in Liebhaberhand – stellten eine Art Fusion von Sierra und Capri dar – im besten Sinne des Wortes. Hier gab es viel Auto fürs Geld, 2,8 Liter 6 Zylinder, viel Detailfeinschliff – Sportlichkeit der gediegenen Art, die selbst der riesige Heckflügel nicht einzudämmen vermochte.
Viele Exemplare sind noch in erster Hand – eine Seltenheit erster Klasse.
Alles in allem ist der Sierra heute ein guter Typ: Spiessig, ein wenig Hingucker, berechenbar – und der letzte Bürgerliche Wagen der Mittelklasse, der sich noch einen Heckantrieb gönnte. Und von großen Problemen bleibt der Sierra normalerweise verschont. Und die gute Nachricht: Der Markt hält jede Menge Schätze dieses Youngtimer bereit – mehr als von manchem Zeitgenossen – und das ab 800 Euro.






[...] werden wie jedes Jahr ein paar Fahrzeuge verstärkt H-Kennzeichen-fähig: Der Ford Sierra ist tatsächlich so in die Jahre gekommen, dass die ersten Modelle doch auch schon 30 Jahre alt [...]
[...] – und dieses irgendwie zu kurze Heck, das hatte dann gleich wieder war vom bürgerlichen Sierra… Das geht ja gar [...]
[...] hatte immerhin noch Sierra und Scorpio im Programm, die heute in der Youngtimer-Szene einen guten Ruf genießen – der [...]
[...] den am meisten supporteten Youngtimern genießt der heimliche Sieger dieser Wahl: der Ford Sierra, der phasenweise die Abstimmung anführte. Und in den Diskussionen kam immer wieder zum Vorschein, [...]
[...] Ford Sierra [...]
[...] Ford Sierra [...]
[...] werden wie jedes Jahr ein paar Fahrzeuge verstärkt H-Kennzeichen-fähig: Der Ford Sierra ist tatsächlich so in die Jahre gekommen, dass die ersten Modelle doch auch schon 30 Jahre alt [...]
[...] und Pool-Geschäft wurde, vernachlässigte Opel sträflich und ließ hier den Passat und den Sierra immer weiter davon ziehen. Dass Opel satte 2 Modellgenerationen für diesen Schritt brauchte, ist [...]
[...] des grauenhafte erfolglosen Ford Orion – ebenso wie mit Technologieträgern auf Basis des Sierra XR4i – viel später mündeten diese Bemühungen im erfolglosen Ford Puma sowie im [...]
Schön geschrieben!
Der 2.0L Motor mit 120PS ist wirklich Klasse – Kann ich bestätigen. Allerdings störte mich beim Sierra immer das schwammige Fahrwerk und die Sitze… Damit konnte ich mich in den 5 Jahre, in dem er in der Familie gewesen ist, nie wirklich anfreunden. Wäre er nicht eines unbekannten elektronischen defektes gestorben, würde er garantiert noch heute fahren.
[...] – und dieses irgendwie zu kurze Heck, das hatte dann gleich wieder war vom bürgerlichen Sierra… Das geht ja gar [...]
[...] prominenten Frontreiblern wie dem Passat herumschlagen musste, fürchteten keinen Vergleich mit den Sierras und Asconas dieser Welt – aber dieser Audi 80 Quattro mit all seinen technischen [...]
[...] – ab Anfang der Achtziger kamen die Sierras, Audi 100s und andere Windgesichter und senkten den CW-Wert von ~0,40 auf ~ 0,32. Und dann? Wo sind [...]
[...] und Kombi – wie eben auch beim Granada – und vielleicht ein Schrägheck wie beim Sierra. Die blinde Markenmutter sagte „Was beim Sierra funktioniert, geht beim Granada auch – [...]
[...] denn der Passat verkaufte sich hervorragend und vor allem besser als zeitgenössische Vectra A und Ford Sierra – wenn auch mit ein paar kleinen Anlaufschwierigkeiten der besonderen Art. Passat als Youngtimer in [...]
[...] wie der Audi 100 ab 1982, der Ford Sierra aus demselben Jahr, etc. Die Scheiben vorne schräg und hinten schräg; große gewölbte [...]
[...] die schöne überschaubare Technik, der Reiz des einfachen, den ein Jetta II, ein Rekord E oder ein Ford Sierra heute [...]
“ein wenig schal” beschreibt den verhärmt-spröde-ungemütlich wirkenden Innenraum des Sierra sehr gut, wenn auch sehr positiv.
Ein Onkel meines Vaters hatte früher einen Sierra Dreitürer, mit dem kam er uns zweimal im Jahr besuchen. Schweden-Österreich-Schweden in einer Woche, er war ein gefürchteter Autobahn-Stormer, wie man in England sagt.