Eine seltene Schönheit im klassischen Sinne mag er nicht sein - aber cooooll

Neben den üblichen Verdächtigen vom Schlage eines Volvo 240, Mercedes W124, etc. gehört der Saab 900 ohne Zweifel zuden wichtigsten Youngtimern der Deutschen Szene – und das schon ganz schön lange.

Aus unerklärlichen Gründen wurde der Wagen bereits recht früh von betuchten Ärzten entdeckt, die ihn für das dreifache des Zeitwertes restaurieren ließen, bevor das notwendig war, da der Wagen in erster Hand von betuchten Sozialkunde-Professoren gefahren wurde.

Die größte Qual, die die typischen Erstbesitzer ihrem Saab 900 antaten, war im Regelfalle der Transport ihrer Bobtails, vebunden mit Haarbüscheln, die dem Wagen für die komenden 10 Jahre erhalten blieben. Das waren noch Zeiten. Später gerieten sie wie gesagt immer mehr in die Hände solventer Ärzte und Architeckten und wurden dann schnell teuer.

Trotziges Design, wunderschön in Szene gesetzt von Leser Martin Rudolph

 

Was macht den Saab zum Kult-Youngtimer?

Sag was Du willst - hier ist es auf eine trollige Weise kuschelig!

Einmal sicherlich die Legende der Unverwüstlichkeit. Dann sein Herkunftsland Schweden, das in den 70ern und 80ern den Status des gelobten Landes hatte und auch dem 240er Volvo mental über so manche Schwäche hinweggeholfen hat. Dann seine Form: Der bizarr lange Koferraum mit der größten fixen Abdeckung, die der Automobilbau kennt.

Die eigenartige Geborgenheit des unübersichtlichen Innenraumes, schrullige Instrumente aus dem Flugzeugbau, die unglaubliche Bodenfreiheit…. Aber ist der Saab 900 im Alltag noch cool, smart und Ikea-spirited? Das erstaunliche Resultat ist: irgendwie schon… Während der eine oder andere Youngtimer auf dem Weg zum H-Kennzeichen seinen Nimbus böse einbüßen muss, ist auf den

Puristen mögen den "Sedan" mit dem unseeligen Stufenheck nicht - Neulinge merken bei dem ohnehin eigenartig geformten Heck kaum einen Unterschied...

Sabb 900 auch als Youngtimer noch Verlass – und das sogar trotz widriger Bedingungen, unter denen die Firma Saab in der vergangenen Jahren zu operieren hatte. Was sind die typischen Schwachstellen?

  • Die Turbos der ersten Jahre sind der Belastung nur begrenzt gewachsen – Saab Mechaniker können hier abendfüllende Geschichten erzählen – simpelste und beste Abhilfe bleibt nach wie vor abschalten und Leistungsverzicht
  • Dachhimmel neigt zum Durchhängen [kosmetisches Problem]
  • Das Armaturenbrett reisst bei Bordsteinparkern gerne ein
  • Die Mechanik der Motorhaube [BMW-like nach vorne klappend] ist zwar gar nicht sooo kompliziert, wird aber dennoch gerne mal in der Hinterhof-Boxengasse verbastelt

    Ach.... wer kann dazu schon nein sagen....?

  • Einige Schläuche taugen nix, die Klima-Anlage gammelt daher gnz gerne mal – im Grunde jedoch braucht man die bei einem Wagen mit so senkrechten Scheiben nicht – Youngtimer wie der coole Saab 900 haben eben hin und wieder auch mal ganz praktische Vorteile.

Aber alles in allem ist der Saab immer noch eine gute Wahl und recht sorglos zu betreiben – zu allem Überfluss dabei günstig zu versichern. Insgesamt gilt also ganz klar: Kaufen

Nächste Folge: Mercedes W124

Über YoungtimerBlog

Allwissenheit zum Thema Youngtimer

17 Antworten »

  1. [...] an den Saab 900. Hier kamen sogar Foren in anderen Ländern auf den Geschmack und riefen ihre Mitglieder zur [...]

  2. [...] Letzter in diesem Stadion ist einer der klassischsten Youngtimer, sofern es sowas gibt: Der Saab 900 [...]

  3. [...] Letzter in diesem Stadion ist einer der klassischsten Youngtimer, sofern es sowas gibt: Der Saab 900 [...]

  4. [...] wir den Volvo 240 zwar mitschwimmen, aber nie so recht im Fokus des Intereses - während etwa der Saab 900 immer noch gut dabei ist, von allen Benzen und dem E34 von BMW, der in derselben Klasse spielt, mal [...]

  5. [...] immer eine große Rolle spielte – also neben BMW und Mercedes waren immer auch der Saab 900 wichtig, der Volvo 240, der Senator A und der Ford Granada. Daran hat sich bei Youngtimern – [...]

  6. [...] Menge anderer Alternativen kamen zu Lebzeiten aus Schweden. Saab 900 und Saab 9000 sind pauschal nicht unbedingt billiger als der schwäbische Vorzeige Youngtimer [...]

  7. [...] hatten die Schweden ein Fahrzeug im Programm, dass sich in vielerlei Hinsicht nicht so recht vom Saab 900 abheben wollte – obwohl der 9000 substanziell mehr Innenraum bot und die größere Zahl mehr [...]

  8. [...] und leicht feststellen können, das Schrägheck in dieser Klasse – siehe etwa Rover 3500 oder Saab 900 – eher Kassengift war, speziell auf dem Kernmarkt Deutschland – und ebenso im konservativen [...]

  9. Leider, leider sind die Preise für gut erhaltene Youngtimer in den letzten drei, vier Jahren Richtung Norden gedreht und die wirklich guten Exemplare mittlerweile in festen Händen.
    Besser, als von mittellosen Studenten ohne Wartung und Pflege innerhalb von zwei Salzwintern runtergeritten zu werden.

    Immerhin, manchmal muss man sich ja auch nicht für nur EIN automobiles Kleinod entscheiden – für den kleinen Geldbeutel gibt´s in einer kleinen noch unbekannten Saarbrücker Ausstellung “Kunstwerke” aus ziemlich kultigen Oldtimerteilen. Da reicht der Platz in der Garage dann für zwei oder drei Exemplare UND den Alltagswagen, denn für den ruinösen Alltag sind die alten Bleche mittlerweile, mal ganz ehrlich unter uns, doch zu schade.

  10. [...] Youngtimern der Deutschen Szene – und das schon ganz schön lange. Weiterlesen auf “Youngtimerblogs Blog“. Wer sich mit der schwedischen Schönheit einläßt, sollte über eine solide Mitgift [...]

  11. turboseize sagt:

    Den Turbo abklemmen? Wer erzählt denn sowas?
    Und warum sollte man das überhaupt tuen?

    Von der mangelnden Sinnhaftigkeit einmal abgesehen gibt es dazu auch überhaupt keinen Grund. Die Zuverlässigkeit und Haltbarkeit eines Turbomotors hängt maßgeblich vom Fahrer ab!

    Behutsam warm fahren, nach dem Heizen einige Kilometer ruhig wieder kalt fahren und im Stand noch etwas nachlaufen lassen – und natürlich regelmäßig frisches, hochwertiges Öl, und ein Turbolader hält ein halbes Autoleben. Bei meinem derzeitigen 900er war nach 410.000 km ein Austausch fällig – weil das Gehäuse nach 25 Jahren ausgeglüht und spröde war und einen Riß hatte. Das Laufzeug hingegen war noch völlig in Ordnung…

    Mit über 200 über die Bahn, dann an der Tankstelle den Anker werfen und mit gelbglühendem Lader und rotglühenden Bremsscheiben an der Zapfsäule sofort den Motor ausstellen, das ist hingegen der schnellste Weg, einen Lader zu zerstören.
    Öl zersetzt sich bei Temperaturen über 160°C, ein glühender Lader hat gerne mal um die 900°. Im Betrieb ist das kein Problem – das Öl wird ja durch von der Ölpumpe durch den Lader hindurchgepreßt und landet im Anschluß wieder in der Ölwanne resp. im Ölkühler. Es kommt mit dem heißen Lader also nur ganz kurz in Kontakt. Schaltet man nun aber den Motor aus, so fördert auch die Ölpumpe nichts mehr und das Öl bleibt in den Lagerstellen des Turboladers stehen und verkokt, der Turboladerschaden läßt dann nicht lange auf sich warten.
    Billiges, minderwertiges und/oder überaltertes Öl beschleunigt das ganze – oder versagt u.U. schon vorher durch die thermische Beanspruchung während des “Normalbetriebes”.

    Ein Turboladerproblem oder gar ein Motorschaden bei einem Saab Turbo (b201 und b202, für den b234 und seinen Nachfolger gelten andere Regeln) ist zuallererst ein Zeichen für mangelhafte Wartung – und/oder einen Bedienerfehler!
    Die Ölwechselintervalle von anfänglich 7500km, später 10.000km waren nicht zum Scherz vorgeschrieben – und auf die Notwendigkeit des Kaltfahrens bzw Nachlaufenlassens wiesen sowohl die Bedienungsanleitung als auch ein Aufkleber in der Frontscheibe hin!

    Also halten wir fest: Turbolader “abklemmen” ist Unfug. Tauchte zuerst in irgendeinem blog im Netz auf, schaffte es dann irgenwann in eine aesthetisch ansprechende, aber in diesem Fall nicht ausreichend recherchierte Zeitschrift – wird aber dadurch auch nicht richtiger.

    Richtig ist aber, daß 900 Turbos im Unterhalt trotzdem deutlich teurer sein können als 900er mit Saugmotoren: durch das weitaus stärkere Drehmoment werden Getriebe und Antriebswellen wesentlich stärker belastet. Und wer einen Turbo gekauft hat, der hat die Leistung im Regelfall auch abgerufen – und eine insgesamt forciertere Fahrweise gepflegt, die sich in stärkerem Verschleiß u.A. an Fahrwerksteilen äußern kann.

    • Der eigentliche sinn und Zweck der Abschalt-Maßnahme ist eigentlich “Was nicht da ist, geht auch nicht kaputt” – Ich hab das mal bei meinem 96er Saab eine Zeit gemacht und sogar am Rollenprüfstand gemessen und hatte 139PS übrig – das ist nicht so übel…

      • turboseize sagt:

        Natürlich geht nicht kaputt, was nicht da ist. Wenn man sich darum sorgt sollte man aber besser gleich zum Sauger greifen.
        Man müßte ja sonst ganz erheblich basteln – und hätte immer noch eine deutlich geringere Kompression als der Sauger und damit Mehrverbrauch und Minderleistung…
        Mit einem anderen Abgaskrümmer ist es ja nicht getan, die Motorsteuerungen unterscheiden sich ja massiv! Da ist die Bastelei den Aufwand nicht wert. Und soooo unerschwinglich teuer sind Turbolader ja nun auch nicht…

  12. [...] Kult Youngtimer im Test I/X: Saab 900 [...]

  13. [...] Kult Youngtimer im Test I/X: Saab 900 [...]

  14. [...] Kult Youngtimer im Test I/X: Saab 900 [...]

  15. Helmut Sembritzki sagt:

    Recht hatter. Mein 900 i von 88 hat jetzt 348000 km runter und läuft immer noch wie ein Wiesel.

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